Ein besonderes Erlebnis
Es war Freitag der 28.02.2025 und am Vortag war gerade der Wiener Opernball über die Bühne gegangen. Im Porgy und Bess hieß es an diesem Freitag jedoch nicht alles Walzer, sondern alles Gitarre am 15. Vienna Fingerstyle Festival.
Markus Schlesinger rief zum nunmehr 15. Mal zum Vienna Fingerstyle Festival ins Porgy und Bess in der Riemergasse 11. Auch ich als Kulturspion bin diesem Ruf gefolgt und wollte mir das Vienna Fingerstyle Festival auf keinem Fall entgehen lassen.
Eine Fingerstyle-Lineup der besonderen Art
Die Lineup zum ersten Tag des Vienna Fingerstyle Festivals liest sich unglaublich gut,
Mario Berger
Claire Besson & Ladislav Pazdera
Stephanie Jones
Gleich zu Beginn war es Mario Berger der virtuos auf seiner Akustikgitarre durchaus unerwartete Klänge hervorzauberte. Mario Berger zählt seit vielen Jahren zu den Ausnahmegitarristen in der heimischen und internationalen Musikszene. Spielte er einst mit Georg Danzer, Reinhard Fendrich und Wolfgang Ambros, so begann er ab 1998 eine Solokarriere. Mario Berger erzählt mit seinen Kompositionen Geschichten die die Seele berühren. Er lebt dieses feine Handwerk auf der Akustikgitarre und schafft es Menschen mit seiner Musik in andere Sphären zu bringen.
Aus seiner CD „Sentimento“ die 2017 erschienen ist, bringt Mario Berger einige der Glanzstücke mit zum Vienna Fingerstyle Festival. Vollkommen unerwartet hat uns als Publikum jedoch ein Stück von Johannes Brahms in Erstaunen gesetzt. Brahms in einem renommierten Jazzclub zu hören war anfangs so unglaublich, dass man erst beim zweiten Hinhören realisieren konnte, in welcher Virtuosität Mario Berger dieses Stück spielte, um dann in einem zweiten Teil, das Stück als von ihm komponierte Salsaversion wiederzugeben.
Zur Zeit arbeitet Mario Berger an seinem zweiten Soloalbum „Guitarras Magicas“ das er am 15.11.2025 im Wiener Konzerthaus präsentieren wird.
Mehr über Mario Berger und vor allem wo Sie ihn erleben dürfen erfahren Sie auf seiner Homepage.

Clair Besson und Ladislav Pazdera
Es war kaum zu glauben, dass nach Mario Berger es in dieser qualitativ Hochwertigen Performance weitergeht. Doch schon nach den ersten Tönen von Clair Besson und Ladislav Pazdera war klar, sie schließen an ihren Vorgänger an. Clair Besson zeigte nicht nur durch Ihre Gitarrevirtuosität auf, sondern bezauberte das Publikum auch durch ihren Gesang.
Ein ungleiches Paar
Die beiden Künstler sind, so würde man annehmen, ein ungleiches Paar Clair Besson eine junge Französin die mit ihrer fast introvertierten Art auf der Gitarre verzaubernde Töne dem Instrument entlockt und Ladislav Pazdera der durch seine Bühnenpräsenz und seine feine Technik dem Instrument auf eine besondere Art und Weise einen Charakter verleiht und das Publikum auf eine ganz besondere Reise schickt.
Die Beiden haben sich in Dresden, wo sie beide studieren kennengelernt, und treten nunmehr als Duo Besson-Pazdera auf und ergänzen sich auf ganz besondere Art und Weise.
Wer die Beiden gemeinsam auf der Bühne sehen möchte hat dazu am 24.10.2025 in Basel im H95 und tags darauf in Weisenheim am Berg in der Synagoge die Möglichkeit die beiden jungen Künstler zu bestaunen.

Stephanie Jones
Wenn es darum geht, klassische Gitarre in Perfektion zu spielen, so muss man den Namen Stephanie Jones unbedingt nennen. Die junge Australierin die erst kürzlich ein neues Album „open Sky“ Musik aus Lateinamerika herausgebracht hat, war der dritte Act des Abends, und wie schon die Künstler davor, so hat auch Stephanie Jones alle Erwartungen übertroffen.
Sie spielt auf ihrer Gitarre mit Anmut und Leichtigkeit und entlockt ihrem Instrument mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks die Töne, so dass das Publikum garn ich aus dem Staunen kommt.

Markus Schlesinger hat sich mit der Wahl von Stephanie Jones einen würdigen Abschluss des ersten Tages des Festivals ausgesucht.
Am nächsten Tag ging es Weiter,
Crossing Strings (AT)
Karlijn Langendijk (NL)
Kryran Daniel (AUS)
war auf dem Programm und so ging es hochkarätig weiter.
Fazit:
Nach 15 Jahren ist das Vienna Fingerstyle Festival definitiv aus den Kinderschuhen herausgewachsen und ist zu einem großen internationalen Akustikgitarre-Festival geworden.
Als Kulturspion kann ich dieses Festival nur empfehlen. Die Veranstalter allen voran Markus Schlesinger haben noch lange nicht genug und planen schon das nächste Festival. Der Kulturspion wird euch auf der Homepage natürlich am Laufenden halten.

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